
28. Dezember 2025, Max
In aller Kürze: Was ist Leseflüssigkeit?
Leseflüssigkeit heißt, einen Text flüssig lesen zu können.
Das bedeutet allerdings nicht, einen Text nur schnell lesen zu können. Geschwindigkeit ist nur ein Teil. Insgesamt besteht Leseflüssigkeit aus vier Teilbereichen:
- Lesegenauigkeit
- Automatisierung
- Lesegeschwindigkeit
- Betonung

Die vier Teilbereiche von Leseflüssigkeit
1. Lesegenauigkeit
Lesegenauigkeit bedeutet fehlerfreies Lesen. Je seltener sich ein Kind verliest, desto höher ist seine Leseflüssigkeit ausgeprägt.
- Gute Leser: machen nur wenige Fehler und bessern sich selbst aus.
- Schwache Leser: verlesen sich häufiger und korrigieren sich seltener.
2. Automatisierung
Wörter können auf zwei Arten gelesen werden:
- Langsam: Das Wort wird Buchstabe für Buchstabe erlesen. So lesen ungeübte Leser.
- Schnell: Das Wort ist im Sichtwortschatz gespeichert und wird sofort erkannt. So lesen geübte Leser.
Je mehr Wörter sich im Sichtwortschatz befinden, desto höher ist die Automatisierung. Eine hohe Automatisierung steigert die Leseflüssigkeit deutlich.
- Gute Leser: verfügen über einen großen Sichtwortschatz und erkennen viele Wörter auf Anhieb.
- Schwache Leser: müssen viele Wörter mühsam Buchstabe für Buchstabe entziffern.
3. Lesegeschwindigkeit
Die Lesegeschwindigkeit ist ein weiterer Baustein der Leseflüssigkeit. Sie gibt an, wie viele Wörter pro Minute (WPM) gelesen werden können.
- Gute Leser: lesen schnell und sicher.
- Schwache Leser: lesen langsam und stockend.
4. Betonung
Der letzte Teil der Leseflüssigkeit ist die Betonung. Für flüssiges Lesen ist eine korrekte Betonung der Wörter und Sätze beim Vorlesen wichtig. Je besser die Betonung, desto besser ist die Leseflüssigkeit ausgebildet.
- Gute Leser: betonen Wörter und Sätze passend und zusammenhängend.
- Schwache Leser: lesen oft monoton und haben Schwierigkeiten mit Betonung und Sprachmelodie.
Warum das wichtig ist
Leseflüssigkeit ist die Grundlage für jedes Textverständnis. Nur wer flüssig liest, kann den Inhalt eines Textes auch wirklich erfassen.
Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Verstehen hat, liegt die Ursache oft in der fehlenden Leseflüssigkeit – nicht am Text selbst. In diesem Fall sind Fördermaßnahmen wie reine Lesemotivation oder Strategietraining wenig wirksam. Erst wenn ein Kind genau, automatisiert, schnell und mit Betonung liest, ist ein Üben des Leseverstehens sinnvoll.
Daher ist es wichtig, bei Kindern immer zu prüfen, ob sie ausreichend flüssig lesen können. Am besten überprüfst du das anhand der vier Teilbereiche der Leseflüssigkeit.
Quellen und Literatur
Rosebrock, C., Nix, D., Rieckmann, C., & Gold, A. (2024). Leseflüssigkeit fördern: Lautleseverfahren für die Primar- und Sekundarstufe (8., aktualisierte Aufl.). Kallmeyer/Friedrich-Verlag.
Wie geht es weiter?
Portal: Leseflüssigkeit
Im Portal: Leseflüssigkeit findest du weitere Infos, Arbeitsblätter und Material.
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Schreib mir eine E-Mail an: kontakt@lesenlernen.at