
28. Dezember 2025, Max
Flüssiges Lesen fördern
Was ist flüssiges Lesen?
Viele Kinder freuen sich auf den anfänglichen Leseunterricht. Das Lernen der Buchstaben ist zwar aufwändig, doch Kinder sind interessiert und motiviert.
Nach den ersten beiden Jahren in der Grundschule kommt es dann zum Einbruch der Lesemotivation. Gerade in dieser Zeit sollte sich die Leseflüssigkeit festigen.
Oftmals ist es eine mangelnde Leseflüssigkeit, die die Freude am Lesen verhindert. Wenn Kinder nicht flüssig lesen können, dann geht auch die Lesemotivation flöten.
Als Veranschaulichung ein kleines Beispiel: Versuche den folgenden Text (von rechts nach links geschrieben) so schnell wie möglich laut vorzulesen:

Das war wahrscheinlich nicht so einfach.
Die Leseflüssigkeit bei einem gespiegelten Text ist nur ein Bruchteil von der tatsächlichen. Die Buchstaben müssen einzeln entschlüsselt und gelesen werden, besonders längere Wörter machen Probleme.
Dieses Beispiel mit dem Spiegeltext veranschaulicht gut, wie mühsam das Lesen für Leseanfänger ist. Wörter können zwar erlesen werden, doch es dauert lange. Die Entschlüsselung der Wörter verbraucht so viel Konzentration, dass der Inhalt eines Textes nicht verstanden wird.
Jetzt stell dir vor, du müsstest einen langen Text oder ein Buch in Spiegelschrift lesen. Viele Menschen würden nicht über die ersten Seiten hinauskommen, bevor sie das Buch in die Ecke werfen.
Man liest nicht nur langsamer, durch die Konzentration auf die Entschlüsselung der Buchstaben und Wörter, kann man sich nicht auf den Inhalt konzentrieren.
Deshalb ist flüssiges Lesen ist Voraussetzung für Textverstehen! Natürlich ist es auch zentral für die Lesemotivation. Kindern, denen das Lesen große Mühe macht, lesen nicht.
Nach dem Erlernen der Buchstaben und dem Erlesen von Wörtern ist somit der Aufbau der Leseflüssigkeit das nächste große Ziel beim Lesenlernen.
Leseflüssigkeit ist nicht nur Geschwindigkeit
Warum können Spiegeltexte (außer mit Übung) nicht flüssig gelesen werden? Weil die Wörter nicht an ihrem Schriftbild erkannt werden können. Das Entschlüsseln der einzelnen Buchstaben ist langsam und erfordert viel Konzentration.
Geübte Leser müssen Wörter nicht Buchstabe für Buchstabe erlesen. Sie erkennen ein Wort am Schriftbild, weil es sich in ihrem Sichtwortschatz befindet.
Leseflüssigkeit bedeutet somit nicht nur schnelles lesen:
Leseflüssigkeit ist die Fähigkeit zur „genauen, automatisierten, schnellen und sinnkonstituierenden leisen und lauten Lektüre […]“ (Rosebrock et al. 2017, S. 15).
Aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Teilbereiche von Leseflüssigkeit:
- Automatisierung
- Lesegenauigkeit
- Lesegeschwindigkeit
- Prosodie (= passende Betonung beim Lesen)
Die Teilbereiche von flüssigem Lesen
Automatisierung
Kinder halten den Finger unter ein Wort und lesen Buchstabe für Buchstabe, bis sich ein Wort ergibt.
Beispiel: H-A-U-S-T-Ü-R
Dieses Entschlüsseln und Erlesen der einzelnen Buchstaben nennt man in der Fachsprache Rekodieren – wenn also eine Abfolge von Buchstaben in Laute umgewandelt wird.
Gekonnte Leser sehen das Wort Haustür und können es sofort mit einer Bedeutung verbinden. Das ist so, weil das Wort im Sichtwortschatz verankert ist.
Das Wort wird gesehen und sofort entschlüsselt – in der Fachsprache nennt man das Dekodieren. Dabei wird das Wort visuell erkannt und die Bedeutung wird unmittelbar abgerufen.
Je mehr Wörter sich im Sichtwortschatz befinden, desto besser: Logischerweise kann man Texte schneller lesen, wenn man die Wörter nicht einzeln erlesen muss. Genau das bezeichnet Automatisierung in der Definition der Leseflüssigkeit.
Je mehr Wörter automatisiert sind, desto höher die Leseflüssigkeit. Geübte Leser müssen nur vereinzelt Wörter rekodieren – und zwar dann, wenn es sich um ein unbekanntes handelt. Oft sind dies Fachausdrücke oder Namen – wie Huitzilíhuitl (ein Aztekenherrscher).
Lesegenauigkeit
Nicht nur die Automatisierung ist wichtig, sondern auch die Genauigkeit dabei. Das bedeutet, dass man sich seltener verliest. Zudem bessern sich geübte Leser selbst aus, wenn sie sich verlesen.
Leser mit schlechter Leseflüssigkeit bessern ihre Fehler selten aus. Das hat zur Folge, dass der Sinnzusammenhang und somit auch das Textverständnis verloren gehen.
Die Genauigkeit des Dekodierens ist entscheidend für das Textverständnis. Nur wenn die Wörter richtig dekodiert werden, kann ein Text verstanden werden. Dabei muss die Dekodiergenauigkeit bei 95% liegen. Dann kann ein Text gut und ohne weitere Hilfe verstanden werden.
Bei 90 bis 94% Dekodiergenauigkeit ist der Leser bereits auf fremde Hilfe angewiesen. Ist das nicht der Fall oder die Genauigkeit liegt unter 90%, befindet sich der Leser bereits im Frustrationsniveau.
Lesegeschwindigkeit
Die Lesegeschwindigkeit ist das, was allgemein mit gelesenen Wörtern pro Minute angegeben wird. Geübte Leser lesen schneller als ungeübte Leser – das ist auch der sichtbarste und auffälligste Unterschied.
Die Lesegeschwindigkeit ist abhängig vom Grad der Automatisierung, hängt aber noch von vielen anderen Faktoren ab (beispielsweise vom Text, der gelesen werden soll).
Bei der Lesegeschwindigkeit ist es wichtig, eine Grundgeschwindigkeit zu erreichen: Diese wird meist mit 100 Wörtern pro Minute angegeben.
Schneller lesen bedeutet nicht, besser lesen. Diese Grundgeschwindigkeit ist aber wichtig, da zu langsames Lesen auf Probleme beim Verstehen hinweisen kann. Zudem ist die Lesegeschwindigkeit wichtig für die Lesemotivation: Wer schneller liest, liest Texte oder Bücher schneller zu Ende.
Endlos steigern lässt sich die Lesegeschwindigkeit natürlich nicht – ein Überfliegen eines Textes hat oft zur Folge, dass der Inhalt nicht mehr ganz erschlossen werden kann.
Segmentierung und Betonung
Die Segmentierung und Betonung beim Lesen geben Hinweise darauf, ob Sinneinheiten in Sätzen zusammengeschlossen werden können.
Gute Leser haben eine angemessene Betonung, sie unterteilen Sätze und Abschnitte beim Vorlesen in Sinneinheiten (beispielsweise bei Satzzeichen), sie variieren ihre Stimme und machen bewusste Pausen.
Diese Segmentierung ist einerseits wichtig, da sie beim Textverständnis hilfreich ist, andererseits ist sie jedoch auch Folge davon.
Gute Leser wissen, wie sie betonen und Sinneinheiten zusammenfügen müssen – auch beim erstmaligen Lesen von unbekannten Texten. Das unterscheidet sie von Leseanfängern, die monoton lesen.
Warum Leseflüssigkeit so wichtig ist
Wichtig für Textverständnis
Eine Förderung dieser grundlegenden Lesefähigkeiten und der Leseflüssigkeit wurde lange Zeit wenig beachtet – vor allem nach der Grundschule.
Die Förderung der Lesemotivation stand lange Zeit im Zentrum – dabei vor allem das Finden einer passenden Lektüre.
Die Annahme war, dass Kinder und Jugendliche nur das „richtige“ Buch bräuchten, dann würden sie lesen.
So einfach ist es dann aber doch nicht: Flüssiges Lesen ist die Basis für jegliche weitere Leseförderung. Nur wer ausreichend flüssig lesen kann, kann mit Texten etwas anfangen.
Ohne grundlegende Fähigkeiten können sich Leser nicht auf den Inhalt konzentrieren, da die Entschlüsselung der Buchstaben und Wörter derart anstrengend ist, dass das Arbeitsgedächtnis für das Verstehen nicht frei ist.
Viele Kinder und Jugendliche können nicht flüssig lesen
Studien zeigen immer wieder, dass viele Kinder und Jugendliche nicht ausreichend flüssig lesen können. Wenn sie diese wichtigen Grundlagen nicht erlernen, bleibt ihnen das Lesen meist ein Leben lang verschlossen.
Eine Förderung des flüssigen Lesens ist aus diesem Grund wichtig, da es eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen betrifft, denen mit guter Förderung und Übung geholfen werden könnte.
Noch immer gibt es teilweise die Ansicht, dass manche Kinder besser lesen könnten als andere – entweder kann man gut lesen oder eben nicht. Tatsächlich ist es so, dass Lesekompetenz gut gefördert werden kann – Eltern unterschätzen oft nur ihren Einfluss.
Leseflüssigkeit kann schwer aufgeholt werden
Je früher eine gezielte Förderung einsetzt, desto besser. In der Schule wird die Leseflüssigkeit (besonders nach der Grundschule) leider nur sehr wenig beachtet, obwohl auch gute Leser davon profitieren würden.
Fakt ist, dass auch in höheren Schulen Kinder und Jugendliche noch Mängel in den grundlegenden Lesefähigkeiten aufweisen. Eine gezielte Leseförderung kommt nur langsam in den Schulen an.
Da eine weitere Förderung fehlt, können schwache Leser ihre Defizite nicht aufholen. Kinder mit guter Leseflüssigkeit lesen und verbessern sich weiter. Kinder mit schlechter Leseflüssigkeit lesen nicht, da die Texte zu anstrengend sind, sie den Inhalt nicht erfassen können und sie erhalten keine weitere Förderung.
Das Aufholen dieser Defizite kann also nur mit gezielter Förderung gelingen: Entweder durch den Lehrer, der im Idealfall von jedem Schüler die Notwendigkeiten einer Förderung kennt (wofür oft die Zeit fehlt) oder durch das außerschulische Umfeld.
Die Kinder sich selbst zu überlassen und darauf zu hoffen, dass sie eigenhändig ein Buch lesen, scheitert nicht am Willen der Kinder. Es scheitert daran, dass sie die Voraussetzungen nicht mitbringen, die es braucht, um ein Buch genussvoll lesen zu können.
Niemand quält sich durch 200 Seiten Spiegelschrift!
Eine Förderung in der Schule findet also oft nicht statt, wegen der mangelnden Lesekompetenz lesen diese Kinder nicht selbstständig. Kinder, die nicht flüssig lesen können, meiden das Lesen. Da sie aber nicht lesen, verbessert sich ihre Lesekompetenz nicht. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, denn diese schwachen Leser stellen eine absolute Risikogruppe in der Schule dar. Lesen ist eine wichtige Grundkompetenz in fast sämtlichen Fächern der Schule.
Flüssiges Lesen steigert Lesemotivation
Die Lesemotivation eines Kindes ist gering, wenn es sich durch ein Buch kämpfen muss. Wenn Texte nicht flüssig gelesen werden können, dann leidet die Lesefreude und die Lesemotivation.
Wichtig für die Lesemotivation ist auch das Selbstkonzept, das Kinder von sich haben: Ein Kind, das von sich selbst glaubt, dass es ein guter Leser sei, liest auch gerne. Ein Kind, das glaubt, dass es ein schlechter Leser sei, liest nicht gerne.
Quält sich ein Kind durch einen Text und versteht nichts vom Inhalt (weil es mit dem Erlesen beschäftigt ist und nicht, weil der Text zu schwierig ist), dann hat es in Bezug auf das Lesen ein negatives Selbstkonzept. Es denkt sich: Ich bin kein guter Leser. Bücher sind nichts für mich. Das verstehe ich alles nicht.
Sie können sich vorstellen, dass solch ein Kind selten liest. Und wieder befindet es sich im Teufelskreis.
Wie fördert man flüssiges Lesen?
Flüssig lesen lernt man am besten, indem unbekannte Wörter 4 bis 5 Mal in relativ kurzer Zeit gelesen werden.
Durch das wiederholte Lesen gelangt das Wort in den Sichtwortschatz.
Infolge wird das Wort am visuellen Bild erkannt und muss nicht mehr Buchstabe für Buchstabe entschlüsselt werden.
Grundsätzlich lässt sich sagen: Zuerst müssen Kinder Buchstaben und Wörter entschlüsseln können. Also das typische langsame Erlesen, das Leseanfänger machen. Davor hat eine gezielte Förderung der Leseflüssigkeit keinen Sinn.
Zur Förderung der Leseflüssigkeit muss die Automatisierung beim Lesen gesteigert werden. Kinder müssen ihren Sichtwortschatz erweitern. Also müssen sie mit unbekannten Wörtern konfrontiert werden, die mehrmals erlesen werden müssen:
„Automatisierungsprozesse [werden] dadurch bewirkt, dass durch das wiederholte Lautlesen Wörter und spezifische Buchstabenkombinationen in das orthographische und semantische Lexikon des Lesers »eingeschliffen« werden. Diese können dann unmittelbar und ganzheitlich erkannt und einer Bedeutung im semantischen Lexikon zugeordnet werden. Sie müssen nun nicht mehr umständlich erlesen, also in ihre phonetische Klanggestalt mental »übersetzt« werden, wie es bei Leseanfängern typischerweise zu beobachten ist. Durch den gezielten Aufbau eines Sichtwortschatzes wird somit die Worterkennung bei geläufigen Wörtern gesteigert, sodass die Lesegeschwindigkeit in der Folge deutlich zunimmt.“
(Rosebrock et al. 2017, S. 28–29)
Das Gute ist, dass Leseflüssigkeit relativ einfach gefördert werden kann – in der Schule, aber auch zu Hause.
Eines vorweg: Die Idee, dass Kinder möglichst viel lesen sollten und sich so der Sichtwortschatz erweitert, wirkt auf den ersten Blick logisch. Das Problem ist allerdings, dass schwache Leser schnell die Motivation verlieren. Erinnere dich an das Spiegeltextbuch! Für die Förderung der Leseflüssigkeit gibt es bessere Ansätze.
Lautleseverfahren
Lautleseverfahren sind eine gute Möglichkeit, die Leseflüssigkeit zu steigern. Dabei liest das Kind Texte laut oder halblaut vor. Im Gegensatz zum normalen Vorlesen, wird ein kurzer Textabschnitt mehrmals vorgelesen.
Lautleseverfahren lassen sich in zwei Formen unterteilen:
- Begleitende Lautlesen
- Wiederholtes Lautlesen
Beim begleitenden Lautlesen lesen ein guter und schlechter Leser einen Text synchron vor.
Der gute Leser führt seinen Finger an den Wörtern mit. Bei Lesegeschwindigkeit, Betonung und für fehlerfreies Lesen dient er dem schlechteren Leser als Modell.
So kann der schlechtere Leser Textabschnitte in einem angemessenen Lesefluss vorlesen. Bei Fehlern oder unbekannten Wörtern kann das Lesemodell befragt werden, damit auch der Sinn hinter den Wörtern verstanden wird.
Sollte der schlechtere Leser sich verlesen, hat er drei Sekunden Zeit, den Fehler auszubessern.
Ist dies nicht der Fall, weist der gute Leser auf den Fehler hin. Der schlechte Leser liest das Wort nochmals vor. Wichtig ist, dass die Bedeutung des Wortes verstanden wird.
Gleich, ob der Fehler selbstständig ausgebessert wird oder nicht: Bei einem Fehler wird der Satz von vorne nochmals gelesen.
Sollte der schlechte Leser einige Sätze fehlerfrei und flüssig vorlesen können, kann der gute Leser langsam verstummen und das Kind alleine lesen lassen.
Das gemeinsame Chorlesen erfordert von beiden Lesern eine hohe Konzentration. Es sollte nicht länger als 15 Minuten am Stück geübt werden.
Idealerweise sollte das begleitende Lautlesen dreimal pro Woche für rund 15 Minuten geübt werden.
Das wiederholende Lautlesen baut auf einem einfachen Prinzip auf: Ein Text wird so oft gelesen, bis er flüssig gelesen werden kann.
Durch das wiederholte Lesen merkt sich das Kind neue Buchstabenkombinationen und Wörter.
So vergrößert sich der Sichtwortschatz allmählich.
Auch beim wiederholenden Lesen ist ein guter Leser anwesend. Unbekannte Wörter und die korrekte Aussprache werden erklärt, auf Fehler hingewiesen.
Die Textauswahl darf weder zu leicht noch zu schwierig sein. Der Text muss so lange sein, dass Kinder ihn nach mehrmaligen Lesen nicht auswendig können.
Das wiederholte Lautlesen wird allerdings schnell langweilig. Didaktische Methoden können Abwechslung in das Lesen bringen. Beispielsweise mit szenischem Lesen. Dabei muss ein Text mehrmals vorgetragen werden. Das Kind schlüpft in die Rolle eines Schauspielers.
Übungsbücher
Es gibt spezielle Übungsbücher, die auf eine Förderung der Leseflüssigkeit ausgelegt sind. Der Grundgedanke ist dabei der selbe, wie bei Lautleseverfahren: Unbekannte Wörter müssen in den Sichtwortschatz. Übungen und Aufgaben zur Förderung der Leseflüssigkeit bauen somit ebenfalls auf Wiederholung auf.
Durch unterschiedliche Aufgaben, Rätsel und Übungen kann das Lesen aufgelockert werden. Das macht das Lesen abwechslungsreicher und das Wiederholen nicht so monoton.
Achten musst du beim Kaufen eines Übungsbuches zur Förderung der Leseflüssigkeit, ob es tatsächlich auf flüssiges Lesen abzielt. Viele Bücher erheben diesen Anspruch nur dem Titel nach.
Leseflüssigkeit bestimmen
Wie kannst du die Leseflüssigkeit deines Kindes bestimmen?
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens gibt es standardisierte Testverfahren. Der Vorteil dieser Tests ist, dass sie genau sind und vor allem einen Vergleich zwischen mehreren Kindern erlauben.
Als Privatperson sind solche Tests jedoch nicht notwendig.
Die zweite Möglichkeit ist, dass du dein Kind einen Text vorlesen lässt. Von der Schwierigkeit sollte der Text dem Leseniveau deines Kindes entsprechen. Kinderbücher, deren Altersangabe deinem Kind entsprechen, bieten sich an.
Jedenfalls sollte der Text nicht zu schwer sein und keine seltenen Wörter, Fremdwörter oder komplizierte Eigennamen beinhalten. Dein Kind sollte den Text auch nicht auswendig können.
Übungen und Spiele
Der Grundgedanke dieser Übungen ist, dass sie einfach und in wenig Zeit durchgeführt werden können und sie dem Kind dabei Spaß machen. Du brauchst dafür nur ein Blatt Papier und einen Stift.
Viele Kinder mögen Sprachspiele, sie jonglieren gerne mit Wörtern und erfinden auch gerne neue.
Folgend findest du einige Beispiele für Arbeitsblätter, mit denen du die Leseflüssigkeit trainieren kannst.
Du kannst diese Übungen problemlos alleine zusammenstellen, sinnvoll ist es vor allem, wenn dein Kind dir dabei hilft. Das fördert dann nicht nur das Lesen, sondern auch das Sprachgefühl.
Wortpyramide
Bei der Wortpyramide wird zu einem Wort immer ein weiteres Wort hinzugefügt. Beim Vorlesen einer solchen Pyramide liest das Kind die einzelnen Wörter mehrmals, wodurch sie eingeübt werden.
Lustig werden Wortpyramiden vor allem, wenn ein Kind selbstständig Wörter aufschreibt und diese dann vorliest. Oftmals kommen witzige Wortkreationen heraus.

Wortwurm
Der Wortwurm ist der Wortpyramide recht ähnlich, nur dass hier immer nur ein Wort an ein vorheriges angehängt wird. Also beispielsweise: Haustür – Türfarbe – Farbeimer.
Beim Vorlesen werden die Wörter wieder einige Male wiederholt, so kommen sie in den Sichtwortschatz. Und auch hier ist es sinnvoll, wenn Kinder ihre eigenen Wörter zu Papier bringen und diese dann vorlesen.

Blitzlesen
Beim Wortgewitter stehen einige Wörter in einer Wolke. Ein Erwachsener liest ein Wort vor, das Kind muss so schnell wie der Blitz das vorgelesene Wort finden und mit dem Finger darauf zeigen.
Der Vorteil dieses Übung ist es, dass Problemwörter oder Wörter zu speziellen Themenbereichen gezielt gefördert werden können.

Wortslalom
Beim Wortslalom muss man so schnell wie möglich ins Ziel kommen. Dabei setzt man den Bleistift auf den Start und muss so schnell wie möglich durch die Tore ins Ziel fahren. Natürlich müssen die Wörter zwischen den Toren laut vorgelesen werden.
Lustig wird diese Übung vor allem, wenndie Zeit gestoppt wird und sich dein Kind auf die Jagd nach der Bestzeit machen kann.

Wie geht es weiter?
Portal: Leseflüssigkeit
Im Portal: Leseflüssigkeit findest du weitere Infos, Arbeitsblätter und Material.
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