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Wann sollte man phonologische Bewusstheit fördern?

Eltern fragen sich oft, wann sie mit dem Üben der phonologischen Bewusstheit beginnen sollten. Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: vor der Geburt des Kindes.

Vor der Geburt

Klingt merkwürdig.

Wenn man verstanden hat, was die phonologische Bewusstheit ist und wie sie aufgebaut ist, dann macht das durchaus Sinn.

Kinder bilden phonologische Bewusstheit zuallererst im Kontakt mit Sprache aus. Schon im Mutterleib reagieren Babys auf Sprachrhythmus und Intonation und lernen den Klang ihrer Muttersprache kennen.

Das geschieht durch Sprachkontakt. Je mehr ein Kind Kontakt zu Sprache hat, desto besser. Dazu zählt nicht nur das alltägliche Sprechen mit dem Kind, sondern auch das Vorlesen, das Singen von Kinderliedern oder kurze Reimgeschichten.

Je früher du damit beginnst, desto besser. Phonologische Bewusstheit sollte bereits vor dem Schuleintritt spielerisch geübt werden.
Die Vorteile: Fast alle Kinder machen das gerne und viel davon geschieht automatisch.

Also: Vorlesen, Kinderlieder singen oder anhören, Reime mit Kindern aufsagen und mit Kindern sprechen.

Zwei wichtige Jahre

Es macht natürlich trotzdem Sinn mit Kindern Reime oder Silben zu üben, wenn sie kurz vor dem Schuleintritt stehen. Die Leseforschung sieht diese zwei Jahre – ein Jahr vor Schuleintritt und die 1. Klasse – als wichtigste Zeit, um die phonologische Bewusstheit zu üben.

Ein zu spätes Üben gibt es hier nicht. Nach Lust und Laune kannst du mit deinem Kind das Erkennen von Reimen oder das Klatschen von Silben üben.

Mit dem Schuleintritt und dem wachsenden Buchstabenwissen ändern sich auch die Aufgaben der phonologischen Bewusstheit. Laute werden wichtig und mit Buchstaben verknüpft. Das Üben wird konkreter, das heißt, Sprachkontakt ist kein Allheilmittel mehr.

Die Grundlagen für ein erfolgreiches Leseleben werden oftmals in diesen zwei Jahren gelegt. Kinder, die hier den Anschluss verlieren, können ihn meist nicht mehr aufholen.

Wie lange üben?

Wie lange ein Üben der phonologischen Bewusstheit sinnvoll ist, hängt logischerweise vom Kind ab.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Wenn ein Kind sicher mit Lauten umgehen kann, ist die Förderung der phonologischen Bewusstheit abgeschlossen.
Eine weitere Förderung der phonologischen Bewusstheit ist dann nicht mehr sinnvoll.

Der erste Grundstein für das Lesenlernen wurde dann erfolgreich gelegt, und es Zeit, die nächsten aufzubauen.

Wie geht es weiter?

Portal: Phonologische Bewusstheit

Im Portal: Phonologische Bewusstheit findest du weitere Infos, Arbeitsblätter und Material.

 

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Schreib mir eine E-Mail an: kontakt@lesenlernen.at