Über mich und über diese Seite
Warum ich mit dieser Seite begonnen habe
Ich war mitten in meinem Lehramtstudium mit den Unterrichtsfächern Deutsch und Geschichte und im Studium Germanistik, als das erste Mal die Idee zu einer Internetseite aufkam.
Der Grund war recht einfach: Keine Aussage hörte ich im Laufe meines Studiums öfter, als dass Kinder und Jugendliche heute nicht mehr richtig lesen könnten. Ich hörte es von Studenten, von Lehrern, Eltern, Professoren; manches Mal als neutrale Feststellung, oftmals jammernd oder resignierend.
Ich wollte nicht resignieren. Ich sah es als meine Aufgabe, als zukünftiger Deutschlehrer dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche gut lesen lernen. Ich habe begonnen mich mit der Leseforschung auseinanderzusetzten, seit mehr als fünf Jahren tue ich das bis auf wenige Ausnahmen täglich.
Der Schritt zur Internetseite war dann nur noch ein kleiner. Ich wollte meinen eigenen kleinen Betrag leisten; zu all den bemühten Menschen, die mit Herzblut dabei sind, um anderen etwas beizubringen.
Über das Lesen
Das Lesen hat sich verändert: Menschen lesen digital, Texte werden meist nur überflogen, als Unterhaltung haben Bücher starke Konkurrenz bekommen. Die Literatur habe ausgedient, niemand lese mehr, das Buch sei am Ende – solche oder ähnliche Aussagen hört und liest man.
Persönlich mag man die Veränderungen des Lesens gut oder schlecht finden. Das steht jedem frei.
Von einer Wertung kann ich Abstand nehmen und muss diese Veränderungen weder gut noch schlecht heißen. Aus fachlicher und didaktischer Sicht stellt sich nicht die Frage, ob Entwicklungen positiv oder negativ sind. Ich sehe meine Aufgabe darin, auf diese Entwicklung einzugehen.
Das bedeutet, das Lesen in seiner heutigen Form zu sehen. Digitales Lesen ist weder besser noch schlechter als analoges. Ein Buch zu lesen, ist keine bessere Unterhaltung als Videos auf Youtube anzusehen.
Menschen lesen heutzutage mehr als je zuvor. Gerade wegen seiner Wichtigkeit, hatte das Lesen schon immer mehrere Funktionen: Die ersten geschriebenen Texte waren einfache administrative Texte, das Lesen zur Unterhaltung kam sehr viel später. Um sich neues Wissen anzueignen, ist lesen noch immer der beste Weg.
Mein Grundsatz
Für mich und diese Seite bedeutet das, dass es mir wichtig ist, das Lesen in seiner Gesamtheit zu betrachten. Vielleicht erwartest du dir gerade von einer Seite zum Lesenlernen, dass betont wird, wie wichtig Bücher sind, dass digitales Lesen schlecht ist, dass Kinder kaum mehr lesen lernen, weil Texte immer kürzer und einfacher werden.
Bücher sind auch wichtig. Das macht aber alles andere nicht unwichtiger. Was als wichtig empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Lesen in seiner Gesamtheit zu betrachten heißt für mich, Menschen dabei zu helfen, mit jeglicher Art von Text umgehen zu können. Das ist im Prinzip der eine Grundsatz, der Grundlage dieser Seite ist:
Lesen, was man will – aber alles lesen können.
Konkret bedeutet das, dass ich mich auf meiner Seite bemühe, alle Formen und Funktionen des Lesens abzubilden, um meinem Grundsatz gerecht zu werden. Das geht auch Hand in Hand mit dem Ziel einer Leseförderung.
Das Ziel von Leseförderung; oder: Was heißt Lesenlernen?
Über Lesenlernen und Leseförderung wird viel geschrieben, doch kaum jemand macht sich Gedanken, was das Ziel davon ist.
Man könnte sagen, das Ziel vom Lesenlernen ist eben, dass man lesen lernt. Das Ziel von Leseförderung könnte dann sein, dass man besser lernt?
Das sind beides nicht wirklich zufriedenstellende Antworten. Dabei ist die Antwort recht einfach.
Das Ziel von Leseförderung ist der eigenständige Leser. Das heißt, ein Mensch kann lesen, wenn er erstens lesen kann und zweitens, wenn er für sich persönlich auswählen kann, was er lesen will. Von dieser Annahme aus, leitet sich mein Grundsatz ab.
Alles, was du auf dieser Seite findest, soll Menschen in ihrer Entwicklung zum eigenständigen Leser helfen. Auf dieses Ziel hin ist alles ausgerichtet.
Der eigenständige Leser
Was aber ist der eigenständige Leser genau?
Der eigenständige Leser ist in der Lage Texte zu lesen, diese für sich einzusetzen, kann diese bewerten und sich darüber unterhalten.
Der eigenständige Leser kann Texte lesen, die er lesen muss – beispielsweise in der Schule oder der Arbeit. Sollte ein Text Probleme bereiten, weiß der eigenständige Leser, wie er sich helfen kann oder wo er Hilfe findet. Dazu müssen grundlegende Lesefertigkeiten vorhanden sein.
Gleichzeitig kann der eigenständige Leser einschätzen, ob ein Text einen Nutzen mit sich bringt; seien es Informationen, Sichtweisen oder Gedankengänge oder einfach nur Unterhaltung. Ein eigenständiger Leser weiß, was er gerne liest, bei welchen Texten er sich entspannen kann oder die auf sonstige Weise sinnvoll für ihn sind.
Damit ein Mensch heutzutage ein eigenständiger Leser ist, benötigt es eine Fülle an Fähigkeiten –sicherlich mehr, als noch vor einigen Jahrzehnten.
Dazu zählen grundlegende Lesefertigkeiten, der Umgang mit analogen und digitalen Medien, Recherche und Einschätzung von einer unüberblickbaren Menge an Informationen, uvm.
Der Weg zum eigenständigen Leser ist kein einfacher. Daran ist auch zu erkennen, wie breit eine Lesedidaktik heutzutage gedacht werden muss, ohne auf die wichtigen Grundfertigkeiten des Lesens zu vergessen.