
Sachtext | Lesestufe 8
Fledermäuse – wirklich gruselig?
Fledermäuse kommen oft in Gruselgeschichten vor. Sie fliegen durch die Nacht und verstecken sich an dunklen Orten. Auch Vampire sollen sich in Fledermäuse verwandeln können. Aber sind Fledermäuse wirklich gruselig?
Am Tag schlafen Fledermäuse. Sie suchen sich dafür ruhige und dunkle Plätze. Manche schlafen in Höhlen oder in alten Bäumen. Andere finden einen Platz auf einem Dachboden.
Am Abend werden Fledermäuse wach. Dann verlassen sie ihre Schlafplätze und fliegen auf die Suche nach Futter. Viele Fledermäuse bei uns fressen Mücken, Käfer und kleine Falter. Diese Tiere sind oft ebenfalls in der Nacht unterwegs. Eine Fledermaus muss ihre Beute also auch im Dunkeln finden können.
Dabei hilft ihr ein besonderer Trick. Im Flug stößt die Fledermaus sehr hohe Töne aus. Diese Töne sind so hoch, dass wir Menschen sie meist nicht hören können. Treffen die Töne auf einen Baum, eine Hauswand oder ein Insekt, werden sie zurückgeworfen. Es entsteht ein Echo.
Die Fledermaus hört dieses Echo mit ihren Ohren. Daran erkennt sie, aus welcher Richtung es kommt und wie weit etwas entfernt ist. Kommt das Echo sehr schnell zurück, ist das Hindernis ganz in der Nähe. Kommt es etwas später zurück, ist es weiter entfernt.
So kann eine Fledermaus auch in einer dunklen Nacht sicher fliegen. Sie erkennt Bäume und Wände und kann ihnen ausweichen. Auf die gleiche Weise findet sie kleine Insekten in der Luft und kann sie fangen.
Fledermäuse sind also besondere Tiere der Nacht. Sie ruhen an dunklen Orten, fliegen durch die Nacht und finden ihren Weg mit Tönen, die wir Menschen nicht hören können. Fledermäuse sind nicht so gruselig, wie viele Menschen meinen.