Reime – Steine – Beine, Symbolbild für Reime üben

Reime üben

Kinder mögen Reime. Wahrscheinlich auch deshalb, weil Reime irgendetwas verbinden, was eigentlich nicht zusammengehört.

Eule – Beule, Kuh – Schuh

Bei Reimen zählt nicht der Inhalt, sondern die Lautstruktur. Reime bieten sich damit ideal für das Üben der phonologischen Bewusstheit an. Darum geht es hier auch.

Was sind Reime – und was üben Kinder damit?

Ein Reim ist ein Gleichklang von zwei Wörtern – zwei Wörter reimen sich, wenn sie ähnlich klingen:

Haus – Maus, laufen – raufen, klein – fein

Mit Reimen können die meisten Kinder schon früh umgehen. Einfache Aufgaben zu Reimen können Kinder bereits mit vier Jahren lösen – etwa, wenn es um das Bestimmen geht, ob sich zwei Wörter reimen.

Vom Lösen einfacher Reimaufgaben bis zum Lesenlernen scheint es ein weiter Schritt zu sein, eine Frage drängt sich also auf:

Was bringt es Kindern, wenn sie mit Reimen umgehen können?

Um diese Frage beantworten zu können, sehen wir uns an, was unter Reimbewusstheit verstanden wird.

Reimbewusstheit

Reimbewusstheit klingt etwas sperrig und lässt sich in mehrere Bereiche unterteilen:

  • Fokussieren auf den Klang und nicht auf den Inhalt von Wörtern
  • Erkennen, dass Wörter aus Anfangsrand (quasi der Wortanfang) und Reim bestehen
  • mit Reimen operieren können

Vereinfacht könnte man also sagen: Reimbewusstheit heißt, dass man Reime erkennt und damit umgehen kann.

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht, denn im Wort Reimbewusstheit steckt etwas mehr drinnen – und das ist für die Praxis sehr wichtig.

Das reine Erkennen von Reimen greift zu kurz. Nur weil ein Kind sagt, manche Wörter würden ähnlich klingen, ist noch keine Garantie, dass es tatsächlich Reimbewusstheit ausgebildet hat.

Das Erkennen, ob sich zwei Wörter reimen, ist quasi der erste Schritt:

  1. Reimwörter erkennen: Reimen sich Haus und Maus?
  2. Reimwörter benennen: Welche zwei von den drei Wörtern reimen sich?
  3. Reimwörter produzieren: Was reimt sich auf Haus?

Das Erkennen von Reimen ist die einfachste Aufgabe, das Benennen liegt in der Mitte und das Produzieren ist am schwierigsten.

Viele Kinder können mit vier Jahren Reimwörter erkennen, bis zum Schuleintritt ist die Reimbewusstheit gut ausgebildet.

Allerdings gibt es große Differenzen zwischen einzelnen Kindern, die Gründe sind natürlich breit gestreut – das sehen wir uns im Praxisteil später genauer an.

Warum ist Reimbewusstheit wichtig?

Zur Ausgangsfrage zurück: Was bringt es Kindern, wenn sie mit Reimen umgehen können?

Um eine schnelle Antwort zu geben – Kinder tun sich beim Lesen- und Schreibenlernen leichter, wenn sie mit Reimen umgehen können.

Für alle Interessierten, kommt hier noch die Erklärung. Dazu muss man Reime als Teil der phonologischen Bewusstheit betrachten und etwas ausholen.

Das Deutsche ist eine Alphabetschrift, das heißt einem Buchstaben ist ein Laut zugeordnet (Buchstabe M, Laut mmmm). Das ist die Phonem-Graphem-Korrespondenz, Kinder lernen das in der 1. Klasse.

Je besser Kinder über Phoneme (das sind Laute) Bescheid wissen, desto leichter fällt ihnen das Erlernen der Phonem-Graphem-Korrespondenz. Jetzt kommen die Reime ins Spiel!

Man nimmt an, dass eine Reimbewusstheit sich positiv auf den Umgang mit Lauten und auf den Schriftspracherwerb auswirken.

Vereinfacht: Kinder die gut mit Reimen umgehen können, können auch leichter mit Lauten umgehen. Und wer mit Lauten umgehen kann, tut sich leichter beim Lesen- und Schreibenlernen.

Also lässt sich sagen: Üben mit Reimen ist sinnvoll, auch weil es früh und spielerisch eingesetzt werden kann und bei Kindern beliebt ist.

Mit Reimen üben – der Start in die phonologische Bewusstheit

Hier erfährst du, wie Kinder mit Reimen sinnvoll üben. Im Theorieteil steht, dass die Fähigkeiten von Kindern bei Reimen beim Schuleintritt sehr unterschiedlich sein können.

Die Gründe sind natürlich vielfältig, ein Grund hat jedoch direkt mit Förderung zu tun: Kinder, die viel Kontakt mit Kinderliedern, Reimspielen, Vorlesegeschichten, usw. haben, tun sich beim Umgang mit Reimen leichter.

Beim Üben von Reimen sollten also nicht nur Arbeitsblätter zum Einsatz kommen – viele Übungen kannst du auch sehr gut mündlich umsetzen.

So übst du konkret

Reime kannst du mit Kindern schon früh üben: Vorlesen und Sprachspiele gehen oft nebenbei. Je mehr Kontakt Kinder mit Sprache haben, desto besser werden ihre sprachlichen Fähigkeiten ausgebildet.

Das Üben mit Arbeitsblättern ist vor allem dann sinnvoll, wenn dein Kind gerne malt oder schreibt. Zudem bereitet es arbeitstechnisch auf die Schule vor.

Ganz egal, ob dein Kind noch im Kindergarten oder schon in der Schule, es ist meist sinnvoll, mit den einfachsten Übungen zu beginnen: zuerst leichte Aufgaben testen und nach oben arbeiten – das gibt Selbstvertrauen und hält die Motivation hoch.

Zusammenfassung

  • Vorlesen, Reimspiele, Kinderreime, Kinderlieder
  • mit Ende Kindergarten und Schuleinstieg konkreter üben
  • immer spielerisch üben und nicht mit Druck
  • einfach beginnen und hocharbeiten

Arbeitsblätter und Übungen

Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit sortiert, du kannst dich beim Üben daran orientieren, natürlich kann es individuelle Unterschiede bei Kindern geben.

Reimpaare erkennen

Die einfachste Stufe des Übens ist das Erkennen von Reimpaaren. Das Kind bestimmt dabei, ob zwei Wörter sich reimen oder nicht und antwortet mit ja oder nein.

Die Übung lässt sich problemlos mündlich und schriftlich umsetzen. Du kannst die Schwierigkeit der Aufgabe durch die Wortauswahl beeinflussen.

Reime benennen

Hier soll das Kind aus einer Auswahl von drei Wörtern, jene auswählen, die sich reimen.

Reimwörter finden

Kinder sollen zu einem genannten Wort ein Reimwort finden. Diese Aufgabe ist deutlich schwieriger für Kinder. Wichtig hierbei ist, dass auch Quatschwörter erlaubt sind, wenn die Aufgabenstellung es zulässt.

Reime erkennen, benennen und finden

Arbeitsblatt „Einfache Reimpaare erkennen und ausmalen“: Bildpaare (Hund–Mund, Haus–Maus, Hose–Kamm, Nase–Vase) mit Häkchen/X zum Ankreuzen und Ausmalen.
Reimpaare erkennen und ausmalen 1
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Arbeitsblatt „Einfache Reimpaare erkennen und ausmalen 2“: Bildpaare (Eule–Beule, Mütze–Schnecke, Sonne–Zitrone, Tisch–Fisch) mit ✓/✗ zum Ankreuzen und Ausmalen.
Reimpaare erkennen und ausmalen 2
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rbeitsblatt „Was reimt sich?“: In jeder Reihe drei Bilder, zwei davon reimen sich (Topf–Kopf, Schwert–Pferd, Zange–Schlange, Schal–Wal) und sollen ausgemalt werden.
Was reimt sich? Reimwörter benennen
Zum Arbeitsblatt
Arbeitsblatt „Reime finden 1“ – Bilder ansehen, Reimwort finden und ein Reimbild malen
Reime finden 1
Zum Arbeitsblatt
Arbeitsblatt „Reime finden 2“ – Bilder ansehen, Reimwort finden und ein Reimbild malen
Reime finden 2
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Material

Reime erkennen

Für das Üben von Reimen habe ich auch zwei Materialien. Diese eignen sich gut, für die Schule oder wenn du einen vorgefertigten Lernpfad bevorzugst.

Material Phonologische Bewusstheit Klasse 1 – Reimpaare erkennen
Reimpaare erkennen – Phonologische Bewusstheit – 1. Klasse

So gelingt der Einstieg in die phonologische Bewusstheit – ideal für Vorschule und 1. Klasse.
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Material Phonologische Bewusstheit Klasse 1 – Reimpaare erkennen
Reime erkennen – Phonologische Bewusstheit – 1. Klasse

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Literatur- und Quellenverzeichnis

  • Hartmann, Flury, Gilgen, Thommen, Thommen: Lili lernt reimen, 2009.
  • Forster, Martschinke: Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi, 2023.
  • Martschinke, Kirschhock, Frank: Der Rundgang durch Hörhausen, 2020
  • Küspert, Schneider: Hören, lauschen, lernen, 2018.