Die Lesebereiche – gezielt lesen lernen

Auf dieser Seite stelle ich dir die sechs Lesebereiche vor, die beim Lesenlernen eine zentrale Rolle spielen.

Der große Vorteil: Du musst nicht „irgendwie mehr lesen üben“, sondern kannst genau dort ansetzen, wo dein Kind gerade Unterstützung braucht.

Zu jedem Lesebereich gibt es hier ein eigenes Portal. Dort findest du Erklärungen, kostenlose Arbeitsblätter, passende Materialien und viele praktische Tipps.

Warum sechs Lesebereiche?

Wenn du mit einem Kind lesen übst, wirkt diese Einteilung vielleicht zuerst ungewohnt. Viele Eltern fragen sich:
„Warum so kompliziert?“
Ganz einfach: Weil Lesen nicht nur „lesen“ ist – sondern aus mehreren Bausteinen besteht.
Und wenn ein Baustein wackelt, wird Lesen schnell mühsam.

Schau dir typische Fragen an:

  • Mein Kind liest nur stockend. Was kann ich machen?
  • Mein Kind versteht nicht, was es liest. Wie kann ich helfen?
  • Mein Kind verdreht Buchstaben. Warum ist das so?
  • Mein Kind will nicht lesen. Wie schlimm ist das?

Du wirst es gleich merken: Jede Frage passt zu einem Bereich.
Wenn dein Kind Buchstaben verdreht, wirst du im Portal Buchstaben fündig.
Wenn es stockend liest, ist oft Leseflüssigkeit das Thema.

Ein Beispiel aus der Praxis

Andreas liest nicht gern. Seine Mutter findet das schade – sie selbst liest sehr gern. Und klar: Kinder haben oft andere Prioritäten.

Zum Problem wird es, wenn Andreas für die Schule etwas lesen soll. Denn selbst bei kurzen Texten verliert er schnell die Lust.

Seine Mutter versucht vieles, um ihn zu motivieren: Comics, Bibliothek, kein Druck, Interessen finden. Nichts hilft so richtig.

Der Ansatz war nicht falsch: Andreas liest nicht gern, also setzte sie bei der Motivation an.

Irgendwann liest sie etwas über Leseflüssigkeit und probiert einen einfachen Test:
Andreas soll einen kurzen Text laut vorlesen. Dabei fällt auf:
Er liest langsam, stockend – und manche Wörter muss er sich Buchstabe für Buchstabe zusammensuchen.

Wissen, was geübt werden muss, ist die halbe Lösung

Bei Andreas lag das Problem nicht zuerst bei der Motivation, sondern bei der Leseflüssigkeit.
Und das ist entscheidend: Wer sehr mühsam liest, versteht den Text schlechter. Und wer wenig versteht, hat natürlich auch weniger Lust zu lesen.

Genau hier helfen die Lesebereiche: Sie zeigen dir wo du ansetzen kannst – und machen das Üben viel gezielter.

Die sechs Lesebereiche im Überblick

Damit du eine kurze Grundvorstellung hast, hier eine Übersicht:

  • Phonologische Bewusstheit – Laute hören, Reime erkennen, Silben klatschen
  • Buchstaben – Buchstaben sicher erkennen und mit Lauten verbinden
  • Leseflüssigkeit – sicher, rhythmisch und automatisiert lesen
  • Leseverstehen – Wörter, Sätze und Texte verstehen und darüber sprechen
  • Wortschatz – neue Wörter verstehen, vernetzen und anwenden
  • Lesekultur & Motivation – Freude am Lesen entwickeln und dranbleiben

Jeder Bereich ist ein eigener Baustein – zusammen bilden sie die Grundlage für Lesekompetenz.

Einzelteile und Zusammenspiele

Um es ganz klar zu sagen: Die Einteilung in Lesebereiche ist eine vereinfachte Darstellung. Sie hilft vor allem beim Üben. Lesen ist ein Zusammenspiel der einzelnen Bereiche und von vielem mehr – alles wirkt zusammen und ist verbunden.